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Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre

Bildungplanbis10In diesem Bereich finden Sie Informationen zum bisherigen Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre, der seit 01.08.2 008 offiziell in Kraft getreten ist. Die unten aufgeführten Texte beziehen sich zum Großteil auf die Erprobungsfassung des Bildungsplans aus dem Jahr 2007, die in einigen Detailpunkten von der Endfassung abweicht.

Der Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre (Endfassung) kann hier heruntergeladen werden.





Inhalt


Kontext, Ziele und Erarbeitung des Bildungsplans

Aufbau des Thüringer Bildungsplans

Glossar zum Thüringer Bildungsplan

Materialband

Auswertungen der Praxispartnerbefragungen (Erprobungsphase)

Erweiterte Materialien zum Bildungsplan (Wissensbestände)



Kontext, Ziele und Erarbeitung des Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre



In dem Bericht der Enquetekommission "Erziehung und Bildung", der dem Thüringer Landtag am 31. März 2004 vorgelegt wurde, ist die Empfehlung festgeschrieben, "einen verbindlichen Bildungsrahmenplan für den Elementarbereich zu entwickeln. Dieser soll - ausgehend vom Lernpotential und dem Bildungsanspruch des Kindes, dem Bildungsbedarf einer künftigen Gesellschaft und den spezifischen Erfahrungsmöglichkeiten in den Kindertageseinrichtungen - Lernbereiche, Entwicklungslinien und Bildungsziele benennen".

Inzwischen liegt die Entwurfsfassung eines "Thüringer Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre" vor. Die Konzeption dieses Planes reicht über die Empfehlung der Enquete-Kommission hinaus, einen Plan für den Elementarbereich zu verfassen. Denn der nun vorliegende Plan umfasst das gesamte erste Lebensjahrzehnt eines Kindes - von der frühkindlichen Bildung bis zur Grundschulbildung.

Nach der Entwurfserstellung durch das Konsortium - bestehend aus fünf Professorinnen und Professoren Thüringer Universitäten und Fachhochschulen, zwei wissenschaftlichen Mitarbeitern und einer Mitarbeiterin des ThILLMs - erfolgt eine Erprobung durch 111 Praxispartner in verschiedenen Praxis- und Arbeitsfeldern mit einer anschließenden Evaluation der Entwurfsfassung.
Schnittstelle zwischen dem Konsortium und den professionellen Arbeitsfeldern ist ein Beirat, dem 30 Vertreterinnen und Vertreter einschlägiger Institutionen, Verbände und Organisationen angehören. Der Bildungsplan wird durch den Beirat in seiner Entstehung begleitet und diskutiert und soll im Jahr 2008 verbindlich in Kraft treten.

(Quelle: Konsortium des Thüringer Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre, 2007)


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Aufbau des Thüringer Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre



Bildung ist die lebenslange und aktive Auseinandersetzung mit der Welt und auch mit sich selbst. Kinder erwerben Bildung nicht nur im Kindergarten und in der Schule. Vom Beginn ihres Lebens an entwickeln sie sich im Austausch mit Kindern und Erwachsenen in ihrem nächsten Umfeld. Dies sind zunächst die Eltern und andere vertraute Bezugspersonen. Mit dem größer werdenden Aktionsradius und den komplexer werdenden Beziehungen, in die Kinder eintreten, erschließen sie sich immer neue Bildungsgelegenheiten: Sie sammeln Erfahrungen beim Einkaufen, im Kino, auf dem Spielplatz, im Museum, im Tierpark, auf dem Bahnhof, beim Arztbesuch usw.
Weil Bildung an den unterschiedlichsten Orten und zu verschiedensten Gelegenheiten stattfindet, ist der "Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre" institutionenunabhängig angelegt. Er kann von Kindergärten und Schulen als Orientierung bei der Gestaltung von Angeboten ebenso genutzt werden wie beispielsweise von Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit, von Trägern der sozialpädagogischen Familienhilfe u.a.m. Nicht nur professionelle Pädagogen, sondern auch Eltern, Verwandte, Paten und andere Bezugspersonen von Kindern können sich im Bildungsplan darüber informieren, welche Bildungsansprüche Kinder heute haben. Weil sehr unterschiedliche Personengruppen (beispielsweise Eltern, Erzieherinnen, Lehrerinnen aber auch Ehrenamtliche oder auch Bildungspolitiker) den Plan als Orientierungsrahmen nutzen können, werden in den drei Kapiteln des Bildungsplans nicht nur Bildungsvorstellungen formuliert, sondern auch grundlegende erziehungswissenschaftliche und entwicklungspsychologische Wissensbestände knapp und verständlich zusammengefasst.

Kapitel 1: Erziehungswissenschaftliche Grundlagen

Im Kapitel 1: Erziehungswissenschaftliche Grundlagen wird zunächst erläutert, was Inhalt des Bildungsplans ist: Er beinhaltet keine Angaben darüber, was Kinder in bestimmten Altersstufen können sollen. Er beschreibt jedoch, auf welche Bildungserfahrungen Kinder in verschiedenen Phasen ihrer Bildung einen Anspruch haben. Außerdem wird in diesem Kapitel das dem Plan zugrunde liegende Bildungsverständnis erläutert. Anschließt werden Bedingungen des Aufwachsens von Kindern in der Gesellschaft beschrieben und pädagogische Gestaltungsmöglichkeiten aufgezeigt, wie der Anspruch der Kinder auf Bildung unter diesen Bedingungen realisiert werden kann. In diesem Zusammenhang werden beispielsweise individuelle Unterschiede zwischen Kindern sowie die soziale Vielfalt der Gesellschaft als bedeutsame Voraussetzungen von Bildung beschrieben. Außerdem werden in diesem Kapitel Bildungskulturen, die Gestaltung von Übergängen sowie die Kooperation mit Eltern näher erläutert.

Kapitel 2: Bildungsbereiche

Das Kapitel 2: Bildungsbereiche umfasst insgesamt sieben Bildungsbereiche, in denen Kinder im ersten Lebensjahrzehnt grundlegende Bildungserfahrungen sammeln. Hierbei handelt es sich um die folgenden Bereiche:

  • Sprachliche und schriftsprachliche Bildung
  • Motorische und gesundheitliche Bildung
  • Naturwissenschaftliche und technische Bildung
  • Mathematische Bildung
  • Musikalische Bildung
  • Künstlerisch - gestaltende Bildung
  • Soziokulturelle und moralische Bildung*

Alle Bildungsbereiche sind nach einer einheitlichen Struktur gegliedert: Zunächst wird erläutert, welche besonderen Bildungserfahrungen zum jeweiligen Bereich gehören und in welchen Phasen (basale, elementare, primare Bildungsphase) konkrete Bildungserfahrungen für Kinder Bedeutung haben. Erzieherinnen und Lehrerinnen werden mit diesen Phasen zunächst konkrete Altersangaben verbinden; so beispielsweise mit der "basalen Phase" Kinder im Alter zwischen 0 und 3 Jahren. Kinder entwickeln sich jedoch individuell sehr unterschiedlich. Außerdem kann ein Kind in jedem einzelnen der sieben Bildungsbereiche ein anderes Entwicklungstempo haben: So kann ein Kind im Alter von drei Jahren beispielsweise schon sehr interessiert am Umgang mit Farben und Papieren sein und ein sehr weit entwickeltes Bewegungsvermögen haben, während es zum gleichen Zeitpunkt erst damit beginnt, sich sprachlich zu verständigen. Dieses Kind könnte in den Bildungsbereichen Künstlerisch-gestaltende und Gesundheitlich-motorische Bildung bereits elementare Bildungsbedürfnisse, im Bereich der Sprachlichen und schriftsprachlichen Bildung jedoch noch basale Bildungsbedürfnisse haben.

Der Verzicht auf Altersangaben zugunsten der drei genannten Bildungsphasen unterstützt die differenzierte Beobachtung des individuellen Entwicklungsstands jedes einzelnen Kindes und auf dieser Grundlage die Entwicklung passender pädagogischer Angebote. Aus diesem Grund ist der Bildungsplan besonders hilfreich bei der Gestaltung von Angeboten für das gemeinsame Spielen, Lernen und Arbeiten von Kindern mit und ohne Behinderungen.

In jedem der oben genannten Bildungsbereiche befindet sich eine Tabelle, in der konkrete Bildungsangebote für Kinder mit basalen, elementaren sowie primaren Bildungsbedürfnissen übersichtlich enthalten sind. In diesen Tabellen sind pädagogische Angebote zusammengefasst, die sich zumeist ohne besonderen Aufwand dann realisieren lassen, wenn sie nicht nur die Bildungsinstitution selbst, sondern auch den weiteren Sozialraum des Kindes mit einbeziehen (Nachbarschaften, Lernorte außerhalb von Kindergarten und Schule, die Gemeinde usw.). Mit der dreispaltigen Struktur dieser Tabellen findet die Tatsache Berücksichtigung, dass kindliche Bildungsprozesse immer drei Dimensionen haben:

  • die personale Dimension von Bildung (die Perspektive des Kindes; seine Vorerfahrungen, seine Interessen und Bedürfnisse, auf deren Grundlage sich kindliche Bildung vollzieht)
  • die soziale Dimension von Bildung (soziale Beziehungen und Kontakte, in die das Kind eingewoben ist, und die seine Bildung fördern und unterstützen)
  • die sachliche Dimension von Bildung (Umwelten, Räume, Materialien, Spielzeuge usw., die kindliche Bildungsprozesse unterstützen und anregen)

Kapitel 3: Pädagogisches Qualitätsmanagement

Das Kapitel 3: Pädagogisches Qualitätsmanagement enthält Aussagen dazu, wie die Qualität der Institutionen kindlicher Bildung gesichert und weiterentwickelt werden kann. Deshalb wird in diesem Kapitel zunächst beschrieben, wie Qualität von Bildungsarbeit definiert werden kann.
Hieran schließen Hinweise zur Entwicklung pädagogischer Qualität durch Kooperationen mit Eltern, mit weiteren Institutionen sowie durch die kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation kindlicher Lernprozesse an.

Der "Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre" umfasst in seiner Erprobungsfassung 132 Seiten. Seine Struktur und sein Inhalt sind so angelegt, dass er Praktikern als Handlungs- und Orientierungsrahmen zur Gestaltung der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit Kindern dient. Dabei kommt es nicht darauf an, den Plan "umzusetzen" oder ihn buchstabengetreu "abzuarbeiten". Der Bildungsplan beinhaltet vielmehr die Ansprüche von Kindern, die sie hinsichtlich ihrer Bildung an die Gesellschaft haben. Auf der Basis des Bildungsplans kann jede Institution kindlicher Bildung ihre Konzeption profilieren, mit der sie garantiert, dass die Bildungsansprüche der Kinder in der Institution realisiert werden können.

(Quelle: Konsortium des Thüringer Bildungsplans für Kinder bis 10 Jahre, Erprobungsfassung 2007)

*Die Inhaltsbereiche beziehen sich auf die Erprobungsfassung des Thüringer Bildungsplans aus dem Jahr 2007. Die Bezeichnung von Bildungsbereich 2.7 ist in der endgültigen Fassung "Soziokulturelle, moralische und religiöse Bildung"


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Glossar



Hier finden Sie ein Glossar mit Erläuterungen zu wichtigen Fachbegriffen im Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre.

Glossar zum Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre



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Materialband



Der Materialband für die Arbeit mit dem Thüringer Bildungsplan für Kinder bis 10 Jahre kann auf den Seiten des TMBWK heruntergeladen werden.

Materialband TBP-10



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Auswertungen der Praxispartnerbefragungen (Erprobungsphase)



Der Bildungsplan wurde von September 2006 bis April 2008 durch 111 Praxispartner erprobt. Unten stehend finden Sie Ergebnisse zu den Rückmeldungen der Praxispartnerbefragungen.


1. Praxispartnerbefragung vom 30.01.07  - Gesamtüberblick Logo PDF

2. Praxispartnerbefragung vom 18.04.07  - Kap. 1 "Erziehungswissenschaftliche Grundlagen"

3. Praxispartnerbefragung vom 03.07.07  - "Sprachliche und schriftsprachliche Bildung"

4. Praxispartnerbefragung vom 03.07.07  - "Motorische und gesundheitliche Bildung"

5. Praxispartnerbefragung vom 30.08.07  - "Naturwissenschaftliche und technische Bildung"

6. Praxispartnerbefragung vom 05.09.07  - "Mathematische Bildung"

7. Praxispartnerbefragung vom 30.08.07  - "Musikalische Bildung"

8. Praxispartnerbefragung vom 29.11.07  - "Künstlerisch-gestaltende Bildung"

9. Praxispartnerbefragung vom 29.11.07  - "Soziokulturelle und moralische Bildung"

10. Praxispartnerbefragung vom 14.02.08 - Kap. 3 "Pädagogisches Qualitätsmanagement"
 



 

Erweiterte Materialien zum Bildungsplan (Wissensbestände)



Thema 1 - Bildungsverständnis / Bild vom Kind

Thema 2 - Heterogenität und Ganzheitlichkeit

Thema 3 - Bildungs- und Lernkulturen / Rechte der Kinder

Thema 4 - Literacy-Erziehung als ganzheitliche Aufgabe

Thema 5 - Erziehungspartnerschaft

Thema 6 - Übergänge gestalten

Thema 7 - Teamarbeit & Kooperation

Thema 8 - Beobachten und Dokumentieren kindlicher Bildungsprozesse

Thema 9 - Gestalten und Reflektieren von Bildungsprozessen

Thema 10 - Konzeptionsentwicklung




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